IQONIC LEAP

Geht’s noch extremer?

Warum wir unsere Mitte brauchen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht gute Ratschläge für die Zeit nach der Corona-Krise bekommen. Trendforscher überbieten sich mit neuen Szenarien – sehr oft positiv gefärbt, weil solche Meldungen in Zeiten wie diesen einfach lieber gelesen, leichter gelikt, verteilt und kommentiert werden.

Ich möchte einen anderen Weg mit Ihnen gedanklich gehen, auch wenn viele immer wieder meinen, dass wir zu wenig aus der Geschichte lernen und unsere alten Fehler sich in einem neuen Kontext einfach wiederholen: es lohnt sich meines Erachtens ein Blick zurück.

Wir haben in den letzten 10, 20 Jahren unsere Mitte in allen Belangen verloren. Nicht nur, persönlich, politisch sondern auch wirtschaftlich. Mit markigen Sprüchen wie „…der Schnelle frisst den Langsamen…!“ oder „…lieber schnell und ein paar Mal scheitern, als zuzuwarten….!“ haben wir unsere Systeme zum Äußersten getrieben, auf maximale Effizienz getrimmt, Märkte ausgereizt usw. usw.

Die jetzige Krise trifft uns in einem Moment, wo unsere Konzepte gerade auf  Purpose getrimmt werden. Das neue Mantra: Unternehmen sollten nicht nur auf ihr Geschäftsmodell fokussiert sein, sondern es sollte ihre gesellschaftliche Verantwortung als zentrales Element im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stehen.

Wahrscheinlich haben Sie Bill Gates Vortrag aus 2015 bereits gelesen, wenn nein, empfehle ich den nachstehenden Link: https://www.youtube.com/watch?v=6Af6b_wyiwI 

In seinem Konzept beschreibt er glasklar, dass es bspw. seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie kein einziges Pharma-Unternehmen gab, welches Grundlagenforschung zum Thema „Viren wie bspw. die Vogelgrippe, Ebola etc.“ betrieben hat bzw. auch nicht betreiben konnte. Wie hätte man an der Börse Ausgaben erklärt, die nicht kurzfristig den Wert des Unternehmens erhöhen? Auch die Staaten waren dazu nicht in der Lage, denn auch diese wurden auf Effizienz, Reduktion der öffentlichen Ausgaben etc., etc. getrimmt.

All diese Konzepte haben unsere Gesellschaft so gespalten, wie sich die Märkte heute präsentieren: extrem! Gemäßigte aus der Mitte unserer Gesellschaft wurden als fortschrittsfeindlich, als Modernitäts-Verweigerer usw. bezeichnet.

Jetzt wurden wir von 100 auf nahezu Null eingebremst. So wie sich jetzt politische Führer wie Johnson, Trump demaskieren, da Sie keine ausgewogene Vorgangsweise wie bspw. die österreichische Regierung wählen, sondern lieber mit markigen Sprüchen glänzen. 

Aber auch wir sollten unsere Systeme genauer ansehen und über ein vernünftiges Mittelmaß nachdenken und dieses sollte in unsere Konzepte einfließen – in allen Belangen.

Wir würden als Folge rasch erkennen, dass sich eine Sinn-Stiftung/Purpose für unsere Unternehmen und Gesellschaft nahezu automatisch ergeben würde. 

Das gilt, nachdem dieser Artikel ja im CASH erscheint, auch für die Beziehung zwischen Industrie & Handel, die großartig die Nahversorgung in Zeiten wie diesen sichern.

Seit Jahren wird hier aber ein Miteinander kommuniziert, das aber in den meisten Fällen wenig mehr als eine Worthülse ist.

Vielleicht finden wir über unsere persönliche Mitte auch wieder die goldene Mitte, das goldene Mittelmaß für unserer Gesellschaft. Extreme Ideen sind wichtig, aber diese sollten mit Maß & Ziel berücksichtigt werden & nicht die zentrale Maxime für die Entwicklung unserer Gesellschaft sein.

Alles Gute!

Autor

Frido Berger

Retail/Vertrieb

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